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Alan Greenspan (Jhg. 1926)

Ex-US-Notenbankpräsident

Er ist ein Urgestein auf dem internationalen Finanzparkett, denn wann immer er sprach, seine Stirn nachdenklich in Falten legte oder die müden Augenlider hinter seiner großen Brille wieder mal Skepsis signalisierten, bekam die Zuhörerschar weltweit große Ohren. Jedes seiner so raren Worte wurde auf die Goldwaage gelegt, denn es konnte eine seiner verschlüsselten Warnungen sein, die die Börsen in Sekundenschnelle aufleben oder abstürzen lassen.

Alan Greenspan wurde der "Hexer der FED" genannt. Ihm gelang es, den USA bei historisch niedrigen Arbeitslosenraten ein nahezu inflationsfreies Wachstum zu bescheren. Mit seiner exquisiten Liquiditäts- und Zinspolitik ermöglichte er den Börsenaufschwung. Der Ex-Finanzberater, Ex-Hochschullehrer und Ex-Musiker ist mehrfaches Aufsichtsratsmitglied.

Karriere:
Der selbstironisch-liebenswürdige Greenspan war lange Zeit der zweitwichtigste Mann der USA. Er diente sechs US-Präsidenten: Nixon, der ihn 1970 von der New Yorker Geldmeile als persönlichen Berater nach Washington holte, Präsident Ford, bei dem er als wirtschaftlicher Berater tätig war, Ronald Reagan der den schweigsamen Finanzguru Greenspan 1987 zum Chef der Ferderal Reserve machte und auch Bush und Clinton nutzten dankbar die Dienste des Republikaners. Für seine Arbeit bekam Greenspan jährlich rund $ 133.000. Jeder seiner Vorträge ist etwa $ 22.000 wert.

Lebensstil:
Vor seiner Finanzkarriere spielte der Börsianer-Sohn, der am 6. März 1926 in New York geboren wurde, in verschiedenen Jazz- und Swingbands Klarinette und Saxophon. Heute ist es eines seiner Hobbys, die ihn fit für die Börse machen, so wie Tennisspielen mit prominenten Gegenern (z.B. Ex-US Präsident Clinton).
Er badet täglich ab 5:30 Uhr eine Stunde, erledigt dabei seine Post und schreibt seine Reden: "In der Badewanne ist mein Intelligenzquotient 20 Prozent höher", sagt Greenspan selbst. Auf dem Nachttisch liegt immer ein guter Krimi zum Abschalten.

Greenspans Erfolgsstrategie:
Aus einer Fülle von Daten und Statistiken zieht er sein Wissen. Ein Kongreßabgeordneter beschrieb Greenspan so: "...er weiß genau wieviel tausend Senkkopfschrauben ein Chevrolet hat und was es für die Wirtschaft bedeutet, wenn man drei wegläßt." Er war es auch, der früh ältere Anleger vor Internetwerten warnte, da viele von ihnen seiner Meinung nach zu hoch bewertet waren.

Amtszeit: Nach 18 Jahren trat Alan Greenspan 2006 aufgrund von bestehenden Gesetzen von seinem Amt zurück. Damit hat er in 5 Amtszeiten der größten Wirtschaftsmacht als oberster Währungslenker gedient. Seit dem 1. Februar 2006 ist Ben Bernanke der Nachfolger des Mannes, der so prägende Begriffe wie "irrational exuberance" (irrationaler Überschwung) geprägt hat.

Autor:
1966: Der Goldstandard in "The Objektivist"

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