Teil 1: Die Risiken im Futuresgeschäft
Ursprünglich sind Futures entwickelt worden, um sich vor den Risiken am Markt schützen zu können. Die Hedger nutzen diese Möglichkeit, und sichern sich so gegen Kursschwankungen am Kassamarkt ab. Doch wo sich die eine Marktteilnehmergruppe vor Risiken schützen kann, da lauern für andere Marktteilnehmer, vor allen den Spekulanten, extrem hohe Risiken.
Doch wie kommt es zu diesem hohen Risiko?
Das Risiko entsteht in erster Linie durch einen sehr großen Hebel. Dieser ergibt sich dadurch, dass man zum Handeln von Futures nur eine geringe Sicherheitsleistung hinterlegen muss.
Hierzu beispielsweise der DAX-Future:
Zuerst muss man sich überlegen, wieviel ein Kontrakt überhaupt Wert ist: Ein Punkt im DAX-Future entspricht 25 Euro. Dass heißt, wenn der DAX-Future bei 6.200 steht, dann hat der Kontrakt einen Wert von 6.200*25 Euro, also 155.000 Euro. Als nächstes sollte man betrachten, wieviel Sicherheit (Margin) man bei seinem Broker hinterlegen muss, um einen Kontrakt zu handeln. Für den DAX-Future sind es bei einem amerikanischen Broker beispielsweise 9.000 Euro. Und jetzt kann man die Relation erkennen, aus der sich der enorme Hebel des Kapitals ergibt: Um 155.000 Euro zu "bewegen" muss man nur 9.000 Euro als Sicherheit hinterlegen.
Diese 9.000 Euro entsprechen gerade einmal 360 Punkten im DAX-Future. Und dass sich der Markt mal in wenigen Tagen um diese Punktzahl verändert, ist keine Seltenheit. Es kann sogar Tage geben, da fällt der DAX-Future in einigen Stunden um 200 Punkte und mehr - wenn man kurz vor so einem Kursrutsch auf steigende Kurse gesetzt hätte, dann wären schon 5.000 Euro (200 Punkte * 25 Euro) vernichtet, also über die Hälfte des eingesetzten Kapitals.
Der folgende Tageschart vom 14. März 2001 soll so einen Tag zeigen. Hier fällt der DAX-Future in 6 Stunden um mehr als 300 Punkte.