| Einsteigerkurs Optionsscheine |
Teil 5: Das Delta 1 / 3
Das Delta:
Das Delta ist eine der wichtigsten Kennzahlen und wird mit der komplexen Black-Scholes-Formel oder einem anderen Optionspreismodell berechnet. In der Praxis empfehlen wir Ihnen daher, diese mit Hilfe eines Optionsscheinrechners zu kalkulieren oder auf der Internetseite des Emittenten nachzuschlagen.
Das Delta gibt die effektive Veränderung oder auch Sensitivität des Optionsscheins zum Kurs des Basiswerts an. Bei einem Kaufoptionsschein (Call) bewegt sich das Delta zwischen 0 und 1. Das Delta einer Verkaufsoption (Put) hingegen pendelt zwischen 0 und -1.
Beispiel: Wenn unser Nokia-Call genau "am Geld" steht, dann entspricht der Basispreis dem Kurs des Basiswerts. Nokia notiert also bei 20 Euro. Unser Optionsschein hat nun ein Delta von 0,5.
Wenn Nokia jetzt um eine Geldeinheit steigt, also 1 Euro höher bei 21 Euro notiert, so steigt unser Optionsschein um 0,5 dieser Geldeinheit. Unter Berücksichtigung des Bezugsverhältnises also um 0,05 Euro.
Merke: Das Optionsschein-Delta ist um so niedriger, je weiter der Optionsschein "aus dem Geld" ist, und um so höher, je weiter der Optionsschein "ins Geld" kommt. Exakt "am Geld" beträgt das Delta 0,5.
Eines sehr kleines Delta bedeutet folglich, das der Optionsschein weit "aus dem Geld" ist und kaum auf die Veränderungen des Basiswertes reagiert. Wenn das Delta hingegen fast 1 ist, so bewegen sich Basiswert und Optionsschein fast synchron, da der Optionsschein weit "im Geld" ist.
Das Delta bringt somit auch die Ausübungswahrscheinlichkeit zum Ausdruck. Ein Optionsschein mit Delta von 0,8 hat eine Ausübungswahrscheinlichkeit von 80%, damit liegt die Wahrscheinlichkeit eines Totalverlustes (Nichtausübung) bei 20%.
Die entscheidendste Hilfe liefert das Delta durch Verrechnung mit dem bereits vorgestellten Hebel => dem Omega
weiter mit Teil 5: Das "Omega"