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Performance verschobener Börsengänge
Nach dem Absage-Desaster von BLAXXUN INTERACTIVE, die Mitte August 2000 vom Konsortialführer DG-Bank an die Börse gebracht werden sollten und deren Börsengang nur wenige Stunden vorher abgesagt wurde, hatte sich tradewire einmal näher mit der Performance der Aktien von Unternehmen beschäftigt, die ihren Börsengang zunächst verschoben hatten.
Was dabei heraus kam, war teilweise erschreckend und erklärt das ängstliche und zeitweilig zögerliche Verhalten der Emissionsbanken:
Wurden die Aktiengesellschaften nach einem zunächst abgesagten Börsengang letztendlich doch an die Börse gebracht, so hagelte es vor allem für die Käufer des ersten Tages herbe Verluste. Zwischen 6.4% und 78% verloren die Aktien im Zeitraum bis August 2000 gegenüber der Erstnotiz. In keinem (!) Fall konnte bei den "Verschiebern" bei einem Kauf am ersten Tag ein Gewinn erzielt werden. Negativbeispiel hier COMTELCO (913272) mit einem Minus von 78% seit der Neuemission am 7. Februar.
Aber auch bei der Veränderung zum Ausgabepreis sieht es bis auf zwei positive Ausnahmen unser acht untersuchten Börsengänge nicht viel anders aus. Nur COPE (876954), die von der Nord LB an die Börse gebracht wurden, können einen Gewinn von 133% verzeichnen und fallen damit in unserer Bilanz positiv heraus. Auch PC-WARE (691090) wird mit einem stattlichen Gewinn von 42.1% gegenüber dem Ausgabepreis gehandelt.
Dann aber wird es dunkelrot. Trauriger Spitzenreiter auch hier wieder COMTELCO (913272). Verlust gegenüber dem Ausgabepreis 50.6% (!). Konsortialführer war hier die Gontard & Metallbank. Nicht viel besser M+S ELEKTRONIK (661740) mit einem Minus von 21.25% gegenüber dem Ausgabepreis (Konsortialführer: DG-Bank) und JOBS& ADVERTS (514170) mit einem Verlust von 17.4% zum Zeichnungspreis (Konsortialführer: Bank J. Vontobel).
Damit wird auch deutlich, warum die Emissionsbanken gerade bei bereits einmal verschobenen Börsengängen im Vorfeld sehr ängstlich agieren. Bei LETSBUYIT.COM (938006) wurde die Bookbuilding-Spanne mehr als halbiert. Viel geholfen hat es nicht - die Aktie liegt 24% niedriger als zur Erstnotiz und gerade einmal 8.6% über dem Ausgabepreis. Und das trotz des vorherigen 50%igen Discounts.
Fazit: Der Kauf einer Neuemission, deren Börsengang verschoben wurde, wird gerade am ersten Tag der Börsennotiz zu einem Verlustbringer. Aber auch mit der Zeichnung sieht es nicht viel besser aus. Daher raten wir zur Vorsicht bei den "Verschiebern". Hier werden oft Firmen an die Börse gebracht, die Anlegern häufig nur Verluste bringen.
Übersicht:
Performance verschobener Börsengänge (Jahr: 2000):
| Unternehmen |
Konsortialführer |
WKN/ Symbol |
Ausgabe- preis |
Erste Kurse |
Aktueller Kurs |
Veränderung zum Ausgabepreis |
Veränderung zu ersten Kursen |
| Abit |
DG-Bank |
512250 |
27 |
78 |
25.50 |
-5.6% |
-67.3% |
| Comtelco |
Gontard & Metallbank |
913272 |
18 |
26 |
3.95 |
-50.62% |
-78.05% |
| Cope |
Nord LB |
876954 |
21 |
60 |
49 |
+133% |
-18.33% |
| Hyrican |
Baader |
600450 |
7 |
7 |
6.55 |
-6.43% |
-6.43% |
| Jobs & Adverts |
Bank Vontobel |
514170 |
23 |
23 |
19 |
-17.4% |
-17.4% |
| Letsbuyit.com |
Robertson Stephens |
938006 |
3.50 |
5 |
3.80 |
+8.57% |
-24% |
| M+S Elektronik |
DG-Bank |
661740 |
16 |
20 |
12.60 |
-21.25% |
-37% |
| PC-Ware |
DG-Bank |
691090 |
19 |
29 |
27 |
+42.1% |
-6.9% |
Alle Kurse beziehen sich auf den 15. August 2000
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